Ein Stück Kiezgeschichte im OCEAN BERLIN
- Johanna Thompson

- Jul 1
- 2 min read
Am vergangenen Donnerstag legte ein historisches Ruderboot zum letzten Mal an der Rummelsburger Bucht an. Hier wurde es vom Ruderverein RG Grünau an OCEAN BERLIN übergeben. Der Gig-Achter ist 80 Jahre alt, knapp 18 Meter lang und wird so schon längst nicht mehr gebaut. OCEAN BERLIN bringt die Wunder der Meere in die Hauptstadt, aber wir verstehen uns auch als Teil des Ortes, an dem wir entstehen. Die Verbindung zum Bezirk, zur Rummelsburger Bucht und zum Wassersport liegt uns deshalb nah. Wir freuen uns, dem Boot ein Zuhause zu geben.

Ein Verein mit langen Wurzeln im Bezirk
Die RG Grünau geht auf das Jahr 1888 zurück, als der Berliner Ruder-Club Spreehort in Stralau gegründet wurde – keine zwei Kilometer von dem Gelände entfernt, auf dem OCEAN BERLIN heute entsteht. Was als Kegelbahn-Bootshaus begann, wuchs über Jahrzehnte zu einem aktiven Ruderbetrieb mit Renn- und Wanderruderern, Jugendsport und einer Geschichte, die zwei Weltkriege, mehrere Fusionen und die deutsche Teilung überdauerte.
1990 entstand aus der aufgelösten Betriebssportgemeinschaft Robotron die Ruder-Gemeinschaft Grünau e.V., der Verein, der heute noch am Grünauer Ufer beheimatet ist und dessen Geschichte dieser Gig-Achter ein Stück weit verkörpert.
Knapp dem Krieg entkommen
Gig-Achter dieser Bauart entstanden in einer Epoche, in der Ruderboote noch aus Holz gefertigt wurden – jedes ein Einzelstück, das von Bootsbauern von Hand geformt wurde. Dass dieser hier erhalten blieb, war ein Zufall: Kurz nachdem er nach Grünau überführt worden war, wurde das Bootshaus in Stralau zerbombt.

Lichtenberg und das Wasser
Lichtenberg hat zwar keine Küste, aber es hat die Rummelsburger Bucht, ein Stück der Spree und eine Geschichte des Wassersports, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Wir möchten diese Verbindung zum Wasser sichtbar machen. Wir verstehen uns nicht nur als Fenster zum Meer, sondern auch als Teil des Standortes.
Wo genau das Boot in der Ausstellung seinen Platz findet, steht noch nicht fest, aber es gibt bereits Ideen. Mehr dazu folgt – hier auf dem Blog und auf Instagram, wo es auch ein Video zur Ankunft gibt.



